Surfen Lernen Fuerteventura

Surfen lernen auf Fuerteventura

Die Möglichkeiten Surfen zu lernen auf Fuerteventura sind beinahe grenzenlos. Aber Surfunterricht, um die Angst vor dem ungebrochenen Grün zu verlieren? Auf Fuerteventura haben wir eine Surfschule entdeckt, die auch das möglich macht.

Als wir zwei Wochen auf Fuerteventura waren, wollte meine Freundin Florence zum Start mal wieder einen Surfkurs besuchen. Im Wasser schlägt sie sich gut, surft ihre ersten grünen Wellen und hat eigentlich immer viel Spaß auf ihrem Brett. Das ist schließlich das wichtigste, Spaß und Freude beim Surfen. Das ist die halbe Miete, denn der Rest entwickelt sich mit der Zeit. Klar, der eine ist talentierter als der andere, aber grundsätzlich gibt es für jedes Niveau die richtige Welle.

Florence wollte also Surfunterricht nehmen. Nicht weil sie nicht Surfen kann, sondern vielmehr, weil sie trotz ihrer bisherigen Erfahrungen zu Beginn eines Surftrips immer wieder Probleme damit hat, sich auf die Wellen einzulassen. Ängste, die so dominant werden, dass sie alles Können und ihr ursprüngliches Vertrauen in den Sport blockieren können. So auch auf Fuerteventura.

Die Erwartungen an einen Surfkurs waren also klar. Neben der Technik und dem Surfen in der ungebrochenen Welle, sollten die Surflehrer ihr vor allem auch die Angst nehmen. Nach dem wir uns die ersten Surfschulen angeschaut haben, war schnell klar wonach wir nicht suchen. Zwei Lehrer die sich um 15 Schüler kümmern. Lehrer, die am Strand stehen und ihren Unterricht per Zeichensprache regeln.

Die Suche gestaltete sich schwieriger als gedacht. In La Pared am Strand haben wir dann eine kleine Gruppe im Wasser entdeckt, die zusammen sichtlich Spaß hatte. Auf den ersten Blick sah das nicht nach Surfschule aus, sondern vielmehr nach einer Gruppe Freunde, die zusammen Surfen. Beim näheren Hinsehen haben wir dann doch zwei Lehrer entdeckt. Das Szenario wirkte so sympathisch, dass Florence sich in dem Moment schon entschieden hatte. Ihre Wahl fiel auf Nalusurf.

Ralf zeigt sein können in den Wellen von La Pared. Foto: Nalusurf

Nalusurf wurde von Ralf Geerdts 2010 mit seiner damaligen Freundin gegründet, nachdem er bereits 20 Jahre als lizensierter Surf-, Windsurf- und Segellehrer gearbeitet hat. Seit Ende der 90er Jahre hat er auf Fuerteventura als Surflehrer für andere Schulen gearbeitet und wollte es schließlich selbst in die Hand nehmen und vor allem besser machen. Seitdem steht Ralf immer noch selbst am Strand und gibt mit viel Geduld seine langjährigen Erfahrungen an seine Schüler weiter.

Seit 2016 hat er wieder weibliche Verstärkung am Strand und im Office. Frida lebt seit 2012 auf Fuerteventura, nachdem sie 3 Jahre auf Sylt wohnte und das Wellenreiten zu ihrer Leidenschaft wurde. „Ich kam damals mit einem VW-Bus auf die Insel und kann mich  seitdem nicht mehr von der Nähe zum Meer lösen“, hat Frida mir im Gespräch verraten

Happy Florence hat ihre Angst überwunden.
Happy Florence hat ihre Angst überwunden.
Foto: Nalusurf

Zurück zum Unterricht, denn der war wirklich gut. Ich habe mir das Ganze aus nächster Nähe angeschaut und bin dann auch mit ins Wasser gegangen. Ralf hat eine total entspannte, ruhige und einfühlsame Art. Er hat es tatsächlich geschafft Florence ihre Ängste zu nehmen. Im Wasser hat er sich viel Zeit genommen und immer wieder das Gespräch gesucht. Und auch Frida hatte eine feine Art auf die Schüler einzugehen. Die Gruppe bestand aus insgesamt sechs Schülern und jeder hatte sichtlich Spaß.

Normalerweise ist bei Nalusurf eine Session auf zweieinhalb/drei Stunden angesetzt. An den drei Tagen die Florence da war, wurde es allerdings immer länger. Als ich Ralf darauf angesprochen habe sagte er: „Wenn ich sehe, dass die Jungs und Mädels sich wohlfühlen, Spaß haben und noch power haben, wäre ich doch blöd abzubrechen. Auf die Stunde mehr oder weniger kommt es mir dann auch nicht drauf an. Dafür habe ich selbst zu viel Spaß dabei.“

Frida und Ralf von Nalusurf
Frida und Ralf von Nalusurf. Foto: Nalusurf

Mit Nalusurf wollte er eine Schule gründen, die in besonders kleinen Gruppen und mit längeren Kurszeiten einen qualitativ hochwertigen Unterricht anbietet. Beim Tageskurs bekommen die Gäste einen kleinen Einblick in die Welt des Surfens. Im drei und fünf Tageskurs wird die Take-Off-Technik verfeinert und trainiert. „Zusätzlich lernt man mit Strömungen umzugehen, wie Wellen überhaupt entstehen und was alles Einfluss auf die Wellenbrechung hat, sowie die Gefahren, die beim Wellenreitsport zu beachten sind und natürlich die Vorfahrtsregeln“, erklärt Frida.

Auch wenn Florence ihre eigenen Essentials dabei hatte, gibt es bei Nalusurf natürlich auch Softboards und Neoprenanzüge in allen Größen. Das Material wirkte auf mich gut gepflegt und hat insgesamt einen ordentlichen Eindruck gemacht. Geschult wird meist in der wunderschönen Bucht von La Pared. Dort waren wir auch an den anderen Tagen die meiste Zeit surfen. Abhängig von den Wetter- und Wellenbedingungen wird manchmal auch weiter südlich in Esquinzo oder Jandia geschult. Florence hat für die drei Tage 120 bezahlt. Ihr eigenens Fazit: „Es war jeden Cent wert. Ich habe mich zu jeder Zeit gut aufgehoben gefühlt.“

Schön ist auch, dass Frida und Ralf einen Euro/pro gebuchtem Surfkurs an die internationale, gemeinnützige Meeresschutzorganisation „Sea Shepherd“ spenden. Die Organisation verfolgt das Ziel den marinen Lebensraum für kommende Generationen zu erhalten.

Nalusurf Fuerteventura
Easy unterwegs: Frida. Foto: Nalusurf

Auf die Frage was Fuertventura für ihn so besonders mache, sagte Ralf mir, dass die Insel in seinen Augen schon immer einzigartige Surfbedingungen bereit hielt und, dass das der ausschlaggebende Punkt sei. „Es sind die ganzjährigen sommerlichen Temperaturen und die konstant guten Wassersportbedingungen. Gerade La Pared und der Süden Fuerteventuras haben es mir angetan, da hier die Lineups bis heute nicht so überfüllt sind wie die der Spots im Norden der Insel.“

Mehr Infos zu Nalusurf findet ihr auf der Webseite der Schule und bei Instagram. Zur Buchung geht es hier entlang.

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