Fuerteventura La Pared

Kanarisches Surfparadies: Fuerteventura

Meine Freundin Florence und ich waren zwei Wochen auf der Sonneninsel Fuerteventura unterwegs. Wir wollten uns selbst ein Bild über die Insel machen, die entweder geliebt oder gehasst wird.

Wir kannten Fuerteventura von verschiedenen Erzählungen eher als Mekka des Kitesurfens. Als wir uns dann aber selbst mit Fuerteventura auseinandergesetzt haben, war uns eigentlich sofort klar, dass dort surfmäßig so ziemliches alles geht.

Der Flughafen liegt mittig am östlichen Rand von Fuerteventura, bei der Hauptstadt Puerto del Rosario. Runter in den Süden dauert die Fahrt mit dem Mietwagen etwa eine Stunde. In das nördliche Corralejo fährt man vom Flughafen etwa 40 Minuten. Ihr seht, egal ob von oben nach und unten oder umgekehrt – man kann easy morgens aus dem Süden in den Norden fahren und abends wieder zurück sein.

In der ersten Woche haben wir im Süd-Osten gewohnt, in unmittelbarer Nähe zum Spot La Pared. Pedro vermietet dort über Airbnb vier wirklich fantastische Wohnungen. Das Grundstück liegt etwas abseits oberhalb von La Pared. Über eine Schotterpiste ist man in 5 Minuten auf der Schnellstraße und in 6 Minuten am Strand. Unsere Wohnung war nicht nur riesig, sondern auch echt ziemlich schön und vor allem sauber. Aber seht selbst.

Wir haben selten einen so netten und herzlichen Gastgeber erlebt wie Pedro. Zur Begrüßung hat er uns mit Käse, Wein sowie Gemüse und Obst aus dem eigenen Garten auf dem Grundstück versorgt. Die Terrasse mit eigener Hängematte spricht genauso für sich wie der schöne Blick. Und das alles für 55 Euro pro Nacht.

Foto: Local-Surf
Fuerteventura La Pared
Foto: Local-Surf

In La Pared, an der schmalsten Stelle der Insel, kommt eigentlich immer eine Welle an. Der Beachbreak ist vom Swell geküsst und vor allem bei Anfängern und auch fortgeschrittenen Surfen beliebt. Es gibt dort einige Surfschulen, von denen ich euch eine ganz besonders empfehlen möchte: NaluSurf. Aber dazu mehr hier. Die Passatwinde sorgen leider dafür, dass der Spot an manchen Tagen verblasen ist. Wir hatten richtiges Glück und eine Woche super Bedingungen und sehr viel Spaß in den Wellen.

Nicht zu empfehlen ist so ziemlich jede Ortschaft, die wir im Süden besucht haben. Die Strände und das Meer klammere ich aus, denn Beides ist eigentlich überall auf Fuerteventura traumhaft. In den Örtchen selbst fehlte es meist an Charme und natürlich gewachsenen Strukturen, unabhängig von den Touristen (uns eingeschlossen). Die Orte wirkten leider vielmehr so, als das sie auf Teufel komm raus, nur für die vielen Besucher entstanden sind. Es kann natürlich sein, dass es noch andere Orte im südlichen Teil der Insel gibt, die wunderschön sind. Die haben wir dann in der Kürze der Zeit leider verpasst.

In der zweiten Woche sind wir in den Norden umgezogen. In Corralejo hatten wir eine kleine und ganz süße Stadtwohnung  mitten im Zentrum (55 Euro die Nacht). Die Stadt zählt mit ihren rund 17.000 Einwohnern zu der zweitgrößten Stadt auf Fuerteventura. Sie hat ein kleines bisschen urbanen Charme, ist aber ebenfalls sehr touristisch. Allerdings verteilen sich die Massen hier viel besser.

Sonnenuntergang in La Pared
Sonnenuntergang in La Pared

Surftechnisch ist im Norden alles möglich. An dem etwa 15 Kilometer langen Küstenabschnitt trifft ein Reefbreak auf den Nächsten. An der Küste führt eine Schotterpiste entlang, die es in sich hat und von El Cotillo, Corralejo und Lajares aus schnell erreichbar ist.

Als wenig geübter Surfer ist es im Norden allerdings recht anspruchsvoll. Für eher mittelmäßige Surfer wie mich, gab es nur eine Handvoll Spots die ich gut surfen konnte. Einer dieser Spots liegt vor dem Örtchen Majanicho. Besonders bei kleinem Swell und bei wenig Wind ist die Welle eine gute Möglichkeit, um Surfen über Riff zu üben (Booties nicht vergessen). Weiter draußen läuft ein langer Righthander, der die erfahreneren Surfer unter uns auf Touren bringt. Natürlich sind die Passatwinde auch an der Nortshore ein Thema. Die Küste ist extrem offen und sucht vergebens bergigen Windschutz im Hinterland.

An den Traumstränden im Osten kommen eher weniger Wellen an. Im Westen sollen die Wellen wohl auch noch einiges zu bieten haben. Dafür hat uns allerdings die Zeit gefehlt.

La Pared. Foto: Local-Surf
La Pared. Foto: Local-Surf

Wassersporttechnisch hat Fuerteventura wirklich für jeden etwas zu bieten. Auch die Strände müssen sich vor niemandem verstecken. Im Gegenteil, die gehören zur gehobenen Spitzenklasse. Uns hat, bei aller Liebe zum Surfen, landschaftlich eine wenig Abwechslung gefehlt. Fuerteventura ist und bleibt eben eine flache Wüsteninsel. Das muss man mögen.

Viele haben die Insel nur als Touristenhochburg mit Hotelparks und Handtüchern auf den Poolliegen im Kopf. Nichts destotrotz haben wir aber auch ein anderes Fuerteventura kennengelernt. Eine Insel auf der mehr man sich zurückziehen kann, Ruhe findet und Sport in allen möglichen Formen und Farben machen kann. Für die Surfer unter uns, ist sowieso nur ein Kriterium ausschlaggebend: Wellen. Und die gibt es auf Fuerteventura ohne Ende.

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